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  15.April 2021 15:11:08

Seiten: 1 [2] 3 4 Antwort Überwachen Senden Sie dieses Thema Drucken
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 Thema: Der Evolutionstheorie auf der Spur  (Gelesen 3095 mal)
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 06.März 2021 12:11:17 »
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Hallo Sabine,
Du bist wieder aktiv und gleich mit einem Reisebericht.  kiss  Was für eine freudige Überraschung, als ich heute nach langer Zeit mal wieder ins Forum schaue. (ich habe definitiv hier eine Abstinenz gebraucht. Wie gut, dass ich mich nicht abgemeldet habe, so kann ich jetzt schreiben).
Dass Du ausgerechtet von Ecuador berichtest und auch noch im El Angel warst….Ich bin gerade im Gefühlchaos zwischen „oh wie schön“ und „oh wie schmerzlich“. Denn für letzten September hatten wir Ecuador gebucht. Am meisten gefreut hatte ich mich auf den Amazonas mit einer Mini-Lodge im nirgendwo und auf den im Reserva Ecológica El Angel mit der Polylepis Lodge. Und dann kam die SARS-CoV-2 Pandemie. Wer weiß, wann wir diese Reise nachholen. Dieses Jahr geht es aus beruflichen Gründen sowieso gar nicht. Deshalb ist es natürlich schmerzlich an die verpasste Reise erinnert zu werden und auf der anderen Seite schön, wenigstens virtuell nach Ecuador mitgenommen zu werden. Und so sage ich ganz herzlichen Dank fürs Schreiben.
Viele Grüße
Elisabeth
"Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 06.März 2021 13:11:04 »
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Hallo Trinity,

ich weiß es nicht mehr, um welches Zielgebiet es genau ging ...
Auf jeden Fall freue ich mich sehr, dass Du weiter beim Bericht dabei bist.

Viele Grüße
Sabine
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 06.März 2021 13:14:19 »
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Hallo liebe Elisabeth,

ist das schön, von Dir zu hören und für die so lieben Worte. Ich freue mich über Dein Interesse am Bericht. Zieh Dir einfach etwas Schönes daraus, gräme Dich nicht, die nächste Reise kommt bestimmt!!!
... und ich bin froh, dass Du Dich nicht ganz abgemeldet hat. Ich glaube, viel tut sich auch auf FB, aber da bin ich nicht.

Aber hab' ich nicht irgendwie in Erinnerung, dass Ihr bereits in Ecuador gewesen seid? Zumindest habe ich Bilder von balzenden Blaufusstölpen von Dir vor meinem Auge, oder verwechsel ich das?

Ganz liebe Grüße
Sabine
« Letzte Änderung: 06.März 2021 13:15:08 von S@bine » Moderator benachrichtigen   Gespeichert
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 07.März 2021 17:36:32 »
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Hallo liebe Sabine,
gutes Gedächtnis. Ja, ich hatte hier von unserer Karfreitagsprozession in Quito + Galapagosreise inklusive balzender Tölpel berichtet. Damals mussten wir unsere Reise aus beruflichen Gründen kürzen, naja und der 2. Anlauf fürs Festland fiel dann völlig flach.... Madeira war schön, aber kein wirklicher Ersatz.
So, ich freue mich auf Deinen weiteren Bericht. Bin echt super gespannt auf Eure Kreuzfahrt.
Viele Grüße
Elisabeth
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 07.März 2021 20:16:28 »
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Heute geht es weiter mit mit zwei Tagen:

Tag 6 – Rund um Otavalo
Buntes Markttreiben, das wir versüßen; Vögel, die ein Zuhause gefunden haben und die Antwort auf die Frage, wie man Rosen züchtet


Der Tag startet nicht ganz früh - so ganz nach meinem Geschmack. Zur vereinbarten Zeit um 09:00 Uhr morgens werden wir abgeholt. Wir fahren direkt nach Otavalo ins Zentrum, wo wir dem Markt einen Besuch abstatten wollen. Um diese Uhrzeit ist hier so gut wie nichts los. Die Stände mit ihren Auslagen sind alle aufgebaut und die Verkäufer warten auf Besucher. Diese werden wohl eintreffen – hauptsächlich als Halb- oder Tagestouren aus Quito gebucht -, wenn wir Otavalo bereits schon wieder verlassen haben. Nur wenige andere Besucher, zumeist Touristen, aber auch ein paar Einheimische, sind hier unterwegs. Der Markt in Otavalo gehört bei organisierten Rundreisen nahezu immer zum Pflichtprogramm.

Wir laufen über den Markt, sehen uns um, aber benötigen scheinbar nicht so lange für unseren Besuch. Pablo ist auf jeden Fall überrascht, als wir wieder am Wagen eintreffen. Er hatte noch nicht mit uns gerechnet. Da wir noch ein wenig Zeit haben, bis wir zu unserem nächsten Stopp weiterfahren, schlendern wir gemütlich durch den Ort, besichtigen den Hauptplatz und besuchen den einen oder anderen Shop, in dem ecuadorianische Schokolade verkauft wird. Das ist so ganz nach unserem Geschmack. Selbstredend, dass wir uns hier eindecken, mit dem löblichen Vorsatz auch das eine oder andere Stück zum Verschenken mit nach Hause zu nehmen. Natürlich werden wir die nächsten Tage feststellen, dass dies überhaupt keine gute Idee ist und es der Schokolade sicherlich nicht bekommt, noch mehrere Tage durchs Land zu reisen, sodass selbige schon den Flug nach Galapagos nicht mehr erleben wird.
Kurz zusammengefasst: Programmpunkt erledigt, unser Highlight in Otavalo sind für uns die Schokoladengeschäfte.

Unser nächstes Ziel ist auch wieder so eines, was ich bei kaum einer organisierten Tour gefunden habe: der Parque Cóndor. Dies finde ich sehr schade, ich wünschte, hierhin kämen mehr Besucher, da sich diese Einrichtung durch Eintrittsgelder und Spenden finanziert. Es handelt sich hier um eine Auffang- und Rettungsstation für Vögel. Gegründet wurde sie von einem niederländischen Falkner.

Im Parque Cóndor finden Kondore, Raubvögel und Uhus ein vorübergehendes oder auch ein, können sie nicht mehr ausgewildert werden, permanentes Zuhause. Die Tiere haben ganz unterschiedliche Geschichten, sie wurden gefunden, waren verletzt und/oder wurden aus der Gefangenschaft befreit. Olafa, ein Vogel, der normalerweise im Amazonasgebiet lebt und sich hauptsächlich von Affen ernährt, fiel aus dem Nest und wurde dann von einem Bauern aufgepäppelt, bevor sie zur Rettungsstation kam. Man versucht hier alle Vögel, bei denen es irgendwie möglich ist, wieder auszuwildern. Die Auswilderungsquote lag bei unserem Besuch bei 50 %.

Wir laufen durch die Anlage und uns fällt sehr positiv auf, dass die Gehege sehr gepflegt und nicht zu klein sind. Nach einem ausgiebigen Rundgang, der uns wesentlich mehr packt als die Verkaufsstände auf dem Markt in Otavalo, nehmen wir Platz in der Freiluftarena, die hoch erbaut, einen sagenhaften Weitblick vor spektakulärer Kulisse bietet. Hier beginnt gleich die tägliche Flugshow. Für diese werden auch nur die Tiere eingesetzt, bei denen eine Auswilderung ausgeschlossen werden kann. Auf meine Frage, ob denn alle Vögel wieder zurückkommen, weil ich mir das irgendwie nicht vorstellen kann, erfahren wir, dass in den letzten knapp zwei Jahrzehnten nur ein einziges Mal ein Vogel nicht zurückgekommen sei. Eigentlich kaum vorstellbar.

Im Areal lebt auch ein Kondorpaar, das nicht mehr ausgewildert werden kann. Das Männchen musste schon drei Mal operiert werden. Die Kondore dürfen nicht an der Flugshow teilnehmen, es ist verboten. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass diese sicherlich auch gerne fliegen würden. Einer der Mitarbeiter erzählt uns, dass in Ecuador 100 Kondorpaare leben, aber vor zwei Monaten hätte eine weitere Zählung stattgefunden, die nun auf 150 Paare gekommen sei. Jedoch sei diese Zahl inoffiziell und noch nicht bestätigt. Schön wäre es auf jeden Fall, wenn die Anzahl der Kondore gestiegen wäre.

Wir finden es interessant zu sehen, wie unterschiedlich lange die Vögel unterwegs sind, einige ziehen nur kurz unten im Tal oder auch weiter oben ihre Runden, andere lassen sich wesentlich mehr Zeit. Aber zurück kommen sie alle.

Für uns hat der Besuch im Parque Cóndor sehr gelohnt und ich wünsche ihm, dass er noch wesentlich mehr Besucher anziehen wird.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel passieren wir auch den Vulkan Cayambe. Hat er sich noch in Quito wolkenlos gezeigt, versteckt er sich heute vor uns. Rund um Cayambe gibt es eine Vielzahl von Rosenfarmen, von denen man auch einige besichtigen kann. Ich habe unseren Veranstalter gebeten, eine Rosenfarm für unsere Tour rauszusuchen, die nachhaltig arbeitet und ihren Mitarbeiter*innen faire Löhne zahlt. So landen wir in einem kleinen Familienbetrieb und sind die einzigen, die zu diesem Zeitpunkt die Rosenfarm besichtigen. Diese Rosenfarm beschäftigt 45 Mitarbeiter*innen und züchtet 35 verschiedene Arten Rosen.

Miguel, der zur Besitzerfamilie gehört, begrüßt uns sehr freundlich und wird uns herumführen und alles zeigen. Er spricht nur Spanisch und ich bitte ihn, besonders langsam und deutlich zu sprechen. Normalerweise funktioniert diese Bitte meist nur für die ersten ein bis zwei Sätze, aber Miguel hält sich die ganze Tour daran, sodass ich nahezu alles verstehe, wie ich dann freudig feststelle bei Pablos Übersetzung ins Deutsche. Wir besuchen verschiedene Gewächshäuser, wo wir die unterschiedlichen Rosenarten sehen. Überall wird gewerkelt und gewässert, sodass wir froh über unsere wasserdichten Schuhe sind.

Wir erfahren sehr viel über die einzelnen Produktionsschritte und können uns dann im Verlauf der Tour diese auch genauer ansehen. Sobald 3 Blätter einer Rose ganz leicht geöffnet sind, wird diese geerntet, um dann gleich im Anschluss nach Größe und Qualität per Hand sortiert zu werden. Dazu wird eine große Erfahrung benötigt, so denke ich bei mir, als wir sehen, wie schnell und genau dieser Schritt ausgeführt wird.

Rosen von minderer Qualität verbleiben für den heimischen Markt in Ecuador.
Nach der Sortierung werden diese zu jeweils 25 Stück verpackt und am Ende die Stile so abgeschnitten, dass alle die gleiche Länge haben. Die Nachfrage nach Farben und Länge der Rosen variiert in den Zielländern sehr. Die Geschmäcker sind eben sehr unterschiedlich.
In einem Kühlraum, der eine konstante Temperatur von 4 Grad Celsius aufweist und in dem wir uns nicht lange aufhalten, da doch zu kühl, werden die Rosen zwischengelagert, bevor sie sich in die Lüfte erheben. Täglich verlassen die Maschinen Quito, um die Rosen frisch in Europa anliefern zu können. Ein großer Teil wird von der KLM täglich direkt nach Amsterdam geflogen. So werden wir dann voraussichtlich auf unserem Rückflug auch den Flieger mit einer Vielzahl von Rosen teilen.

Die ganze Tour war ausgiebig, doch sehr kurzweilig, höchst interessant und ungemein lehrreich. Zu unserer großen Überraschung bekomme ich noch einen riesigen Blumenstrauß mit den unterschiedlichsten Sorten Rosen geschenkt. Sehr schade, dass ich diesen nicht richtig genießen kann. Am Abend passiert mir noch ein ziemlich dämliches Missgeschick mit unserem Zimmerschlüssel. Ein Mitarbeiter der Hacienda hilft mir aus diesem Schlamassel. Ihm werde ich als Dankeschön für seine Frau den riesigen Strauß Rosen schenken, worüber er sich sehr freuen wird. Ich hoffe, seine Frau auch.

Auf der Rosenfarm werden wir zum Abschluss noch ausgesprochen lecker bekocht. Wir konnten dazu am Vortag sogar unseren Essenswunsch durchgeben - auf unserer Menüwunschliste standen definitiv keine Meerschweinchen!
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 07.März 2021 20:18:45 »
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Tag 7 – Otavalo – Latacunga
Wohnen wie Alexander von Humboldt, Hollywood Ecuadorwood in Latacunga und die Erde bebt


Heute verlassen wir die Hacienda Pinsaqui und haben eine längere Fahrtstrecke vor uns. Wir wollen in die Nähe des Vulkans Cotopaxi, genauer gesagt zu unserem nächsten Übernachtungsstopp in die Hacienda La Ciénega in Latacunga.

Unterwegs halten wir an einem weiteren Äquatorlinienmonument und machen die obligatorischen Fotos. Die Strecke durch Quito, obwohl hauptsächlich Autobahn, zieht sich doch und erlaubt uns Eindrücke am Wegesrand über die unterschiedlichen Wohngebiete der Stadt. Wir stellen fest, dass scheinbar im Süden der Stadt die Menschen wohnen, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat.

Am frühen Nachmittag treffen wir dann auf der Hacienda La Ciénega ein.
Da wir keine weiteren Programmpunkte geplant haben, verabschieden sich Pablo und Manolo für heute. Sie werden wieder woanders wohnen, wie durchgehend auf dieser Reise.

Die Zufahrt zur Hacienda La Ciénega ist beeindruckend. Die Einfahrt krönt eine wunderschöne Allee, am Ende sieht man das Hauptgebäude. In diesem gibt es zwei Suiten. Wir haben die Humboldt Suite gebucht, benannt nach Alexander von Humboldt, der hier während seiner Studien zum Cotopaxi wohnte und dessen Zeichnungen des Vulkans im Garten der Hacienda entstanden sein sollen. Auch viele andere VIPs der vergangenen Jahrhunderte logierten hier bereits. Heutzutage ist die Hacienda auch für den durchschnittlichen Touristen geöffnet und bezahlbar, wenngleich es doch sehr große Unterschiede in den Zimmerkategorien hinsichtlich der Ausstattung gibt, wie wir feststellen.

Unsere Suite hat auf jeden Fall alles, was man sich in solch einer altehrwürdigen Hacienda vorstellt. Ein sehr geräumiges Badezimmer sowie zwei nicht gerade kleine Zimmer, die mit alten Möbeln ausgestattet sind, passend zum Flair der Hacienda und gefühlt aus der Zeit Alexanders von Humboldt. Außerdem verfügt das Zimmer über einen Balkon, der uns direkt auf die Allee blicken lässt, was sich leider am Abend als großer Nachteil, um nicht zu sagen als schlechter Scherz, entpuppen sollte. Dazu dann später mehr.

Den Rest des Tages verbringen wir damit, auf dem äußerst großzügigen Gelände der Hacienda herumzuspazieren und viele Fotos zu machen. Dabei entdecken wir im hinteren Bereich Gebäudekomplexe mit Zimmern, die – so unsere Annahme – für Gruppenreisende vorgesehen sind. Wir können den einen oder anderen Blick hineinwerfen und sind sehr froh darüber, dass wir die Suite gebucht haben.

Auch diese Hacienda verfügt über eine Kapelle, der Innenhof des Hauptgebäudes ist wunderschön. Es gibt zudem sehr gemütlich gestaltete Aufenthaltsbereiche und ein Restaurant, wo es uns sehr gut schmeckt. Zum Wohlfühlfaktor trägt auch maßgeblich die ausgesprochen freundliche Bedienung bei. Hier teste ich auch die Baumtomate, die wir vorher nicht kannten. Diese scheint es wohl nur in Ecuador zu geben und zumeist wird daraus ein Saft hergestellt. Uns kann dieser jetzt nicht so richtig überzeugen, ist aber sicherlich auch Geschmackssache. Sehr nett finden wir jedoch, dass wir diesen Saft sogar kostenlos testen dürfen. Wir dachten eigentlich, wir bekommen ein klein wenig zum Test, aber uns wird gleich ein ganzes Glas hingestellt.

Sehr gut schmeckt dann aber die Kartoffelsuppe. Kartoffelsuppe begegnete uns so ziemlich überall im Hochland Ecuadors, und was soll ich sagen, sie schmeckte immer vorzüglich.

Bis zum Abend fühlen wir uns sehr wohl in unserer Humboldt Suite bis, ja bis es im wahrsten Sinne filmreif wird. Wir liegen bereits im Bett, mein Mann liest und ich vervollständige die Reisenotizen. Es ist sicherlich schon 22:00 Uhr. Zuvor hatten wir draußen schon einige Geräusche wahrgenommen, konnten aber nicht rausschauen, weil alle Fenster mit schweren Holztüren verschlossen sind und wir diese nicht extra öffnen wollten. Plötzlich trommelt es an unserer Tür. Ich gehe hin, davor steht ganz aufgeregt eine Mitarbeiterin der Hacienda. Ich verstehe nur „Filmaufnahmen, ganz wichtig“ und „unbedingt die Fenster öffnen“ sowie „überall Licht einschalten“. Für mich ist das Ganze irgendwie wirr, sodass ich nachfrage, bekomme aber keine Antwort, stattdessen zwängt sich die Frau durch die Tür, läuft aufgeregt zu den geschlossenen Holzverkleidungen der Fenster im ersten Raum, öffnet diese, schaltet jeden Lichtschalter an, den sie finden kann und wiederholt das Ganze dann im Schlafzimmer. Mein Mann schaut mich verwundert an und fragt sich, was hier gerade vor sich geht. Ich frage mich das allerdings auch und renne hinter der Frau her, will die erste Holzverkleidung wieder schließen, sie kommt zurück und greift zur Holzverkleidung und hält mich von meinem Ansinnen ab. Dann sehe ich nach draußen und blicke in riesige, helle Scheinwerfer, nehme allerlei Technik und Menschen wahr, die zu mir hochschauen und stelle fest, hier werden gerade Filmaufnahmen gemacht. Na klasse und ich mittendrin im Schlafanzug!

Dann kommt noch ein weiterer Mitarbeiter hinzu, ich weiß nicht, ob es sich um den Manager handelt, auf jeden Fall wird Druck auf uns ausgeübt …
Ich bin stinksauer, das wird auch nicht besser, als die Frau uns dann noch auf Spanisch zuruft, wir sollen uns doch bitte irgendwo hinstellen, wo man uns nicht sieht … sollen wir uns etwa im Bad einschließen? Die Situation ist wirklich kurz vorm Eskalieren, gleichzeitig jedoch so grotesk, dass wir uns so dermaßen überrumpelt fühlen und uns geschlagen geben.

Das Ganze dauert dann gut eine halbe Stunde, wenngleich gefühlt jedoch die halbe Nacht. Wie aus dem Nichts erscheint die Frau wieder und schließt mit den Worten „Filmaufnahmen, Hacienda, ganz wichtig“ wieder die Fensterläden und verschwindet ohne Gruß.

Wir sind davon bedient, wie hier mit Gästen umgegangen wird - das krasse Gegenteil zum Illa Experience Hotel in Quito.
Sollten wir noch einmal jemals in unserem Leben nach Ecuador reisen, wir wissen auf jeden Fall, wo wir garantiert nicht mehr übernachten werden – in der Hacienda La Ciénega!

Zu allem Überfluss werden wir dann mitten in der Nacht wach, weil die Erde bebt. Bis wir jedoch aus dem Tiefschlaf aufwachend, so richtig realisieren, dass hier gerade ein Erdbeben stattfindet, ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Dies ist nun schon das zweite Beben auf einer unserer Reisen, das erste, nicht gerade leichte Beben, bei dem es auch einige Zerstörungen gab und dass es bis in die Nachrichten zuhause schaffte, erlebten wir einige Jahre zuvor auf Island. Brauchten wir damals noch eine Weile, bis wir – ebenfalls nachts aus dem Schlaf geweckt – feststellten, dass es ein Erdbeben ist, können wir nun auf die Erfahrung zurückgreifen und begreifen schneller, was hier vor sich geht. Allerdings können wir in diesem Fall definitiv sagen, man muss nicht jede Erfahrung mitnehmen.
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muhtsch

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EINMAL SEHEN IST BESSER ALS HUNDERTMAL HÖREN (chin
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 08.März 2021 18:48:41 »
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Liebe Sabine,
dank Deiner privaten Grüße, habe ich mir endlich wieder Zeitgenommen bei Ingrid ins Forum zu schauen  smiley
Und als entdecke ich diesen Bericht! Ich bin natürlich dabei!
Südamerika werden wir in zwei Jahren anvisieren. Ich plane allerdings dann eine längere Reise mit vielen Stationen. Dann werde ich Euch Südamerika Kenner befragen wie man das alles verbinden soll.

Nun zu Deinem Bericht:
Erst einmal musste ich schauen wo Quinto ist. Das erste was mir auffällt: Quito, die gefährlichste Stadt Südamerikas. Was? Habe aber nix dergleichen bei Dir lesen können.

Warum war Dein Mann nichtauf der Tour nach Reserva Ecológica El Angel dabei?
Mit welchen Veranstalter hast Du das alles gebucht?
Und nicht wichtiger: Wie hast Du Dich vorher belesen, welche Reiseführer hattest Du? Oder spezielle Websiten?
Auch habe ich gelesen, dass Euer ersten Ziel, also Quinto recht hoch liegt. Bei 2700 Metern.
Hattest Du so gar keine Probleme?

Bisher ein toller Bericht. Was ist mit Fotos? Kommen da welche?

Ich bin fasziniert!
http://born4travel.de
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doro

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 08.März 2021 23:21:13 »
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Hallo @ alle,

2700 m finde ich noch nicht sooo schlimm.
Ab 3000 m hatte ich Probleme, ganz arg in Lasa ( 3650 m ) ,ziemlich in Cusco ( 3400 m ) .
In Äthiopien in den Simien Mountains haben wir auf 3300m übernachtet - da hatte ich gar keine Probleme. Das lag wohl daran, dass wir zuvor 2355m länger in Addis Abeba hatten - da war der Unterschied nicht mehr so stark.

So ist das leider  - manch einer hat Probleme mit dem Seegang , andere mit der Höhe.    sad

Mich interessiert, wie sehr Alexander von Humboldt in Ecuador noch präsent ist. Anlässlich des 250.Geburtstages hatte ich einiges gelesen, gehört, gesehen. Daher hatte ich Ecuador auch im Blickpunkt und bin weiterhin an Deinem Bericht interessiert, Sabine!

Gruß Doro






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Hunter11

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 09.März 2021 10:05:43 »
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Zitat von: S@bine am 26.Februar 2021 14:06:36
Ich hoffe, es liest noch jemand mit ...  wink
Tag 4 – Quito - Otavalo

Ich lese auch die Reisebeiträge mit, bin aber erst beim 4. Tag angelangt.
Zwischendurch einige Fotos wären hilfreich.  wink
Ecuador steht auch noch auf meiner Reiseliste

ISLAND, das Land der Elfen und Trolle
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 12.März 2021 15:08:53 »
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Hallo Ihr drei, hallo alle,

@Sylwia: Schön, dass Du mal wieder über Südamerika nachdenkst, wir hatten ja schon einige Mal dazu einen Austausch in der Vergangenheit.

Mit der Höhe hatte ich bisher keine Probleme. Ich finde, ab 4.000 Meter merken wir jede 100 Meter, aber Probleme hatten wir noch keine, außer einmal unser Auto. Das höchste war für uns bisher etwas über 5.000 Meter am Tag. Laufen wird dann schon mal etwas anstrengender für uns. Allerdings akklimatisieren wir uns immer (!).
Nachts war das höchste 2 x am Titicacasee auf 3.800 Meter, da sind wir nachts aufgewacht und hatten das Gefühl, es ist kein Sauerstoff mehr im Zimmer. Mit offener Tür/Fenster ging es dann wieder. Bei Übernachtungen um 3.600 ging es dagegen besser. Aber es kann sich ja trotzdem jederzeit ändern. Wir versuchen, dem mit einer vernünftigen Akklimatisierung und der Devise "Climb high, sleep low" vorzubeugen. Manchmal mitreisende Freunde hatten hingegen hier und da Probleme und haben zum Sauerstoff gegriffen.
Wie Doro schreibt, der eine hat mit der Höhe Probleme, der andere (ich!) mit der Seekrankheit - wobei letztere, glaube ich, nicht so gefährlich ist.
Quito (ohne "n") liegt auf ca. 2.850 Meter.

@Doro: Alexander von Humboldt ist mir so richtig bewusst nicht aufgefallen.  Da ich schon früher immer mal wieder etwas von ihm gelesen hatte, war mir das möglicherweise mehr im Sinn ...

@Hunter: Freut mich, dass Du mitliest. Nein, Fotos wird es leider keine geben. Da ist dann leider Kopfkino oder Suchmaschinen angesagt. Ich hoffe, Du bleibst trotzdem dabei - fände ich schön!

Viele Grüße
Sabine
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Estaube

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 19.März 2021 16:50:09 »
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Hallo Sabine

Jetzt bin ich auch dabei! Schön geschrieben...... und ich kann vieles nachvollziehen!
Unser Flug nach Quito war auch mit KLM die wir sehr mögen.
Otavalo hat uns nicht vom Sockel geholt, wir übernachteten in Ibarra im La Estelita und der Hacienda Cusin. Gerne wären wir auch noch etwas mehr Richtung Kolumbien gefahren, aber die Zeit liess es nicht zu. Wir kannten den Paramò von der kolumbischen Seite zwischen Popayan und San Agustìn.
Am Fusse des Cotopaxi übernachteten wir nach einer sehr spannenden Fahrt in der wunderschönen Hacienda Los Mortiños.
Die Hacienda La Ciénega genossen wir auch sehr....in der Humbold Suite. Unsere schlechte Erinnerung an diesen Aufenthalt war das Problem mit unserem Mietwagen. Schon beim Cotopaxi versagte die Batterie und dabei stellten wir fest, dass auch der Service fällig gewesen wäre. Avis die wir kontaktierten nahm alles auf die leichte Schulter und meinten, dass wir damit klar kommen müssten. Mit Hilfe der sehr freundlichen Angestellten gelang es uns, dass das Auto nach Latacunga für den Service und einen Batterie Ersatz gefahren wurde. Da wir sowieso 2 Nächte dort verbrachten war dies ok.
Mit der Seekrankheit geht es meinem Mann wie dir. Ich habe kein Problem damit...ich reiste 1965 mit der Cristofero Columbo von Genua nach New York. Viele Passagiere sah ich erst wieder in NY, weil sie seekrank ihre Zeit in der Kabine verbrachten.

Jetzt bin ich gespannt auf deine Fortsetzung!! Ich freue mich.
Liebs Grüessli
Judith
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 20.März 2021 20:44:18 »
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Hallo Judith,

vielen Dank für Deinen Eintrag - ich freue mich sehr darüber.

Die Hacienda Cusin und die Hacienda Los Mortiños hatte ich mir im Vorfeld auch angeschaut. Beide sind sehr schön und haben mir ausgesprochen gut gefallen, aber ich musste leider zugunsten unseres Reisebudgets Abstriche machen.

So hat jeder von uns seine speziellen Erinnerungen an La Ciénega. Wobei ich mich immer wieder wundere, dass ich doch wenig über Probleme mit Mietwagen in Südamerika lese, wir hatten schon reichlich davon, u. a. verlorenes Nummernschild, Schlüssel fiel während der Fahrt aus dem Schloss und, und, und ...
Ja, Probleme mit einer längst überfälligen Inspektion kennen wir ebenfalls,  einmal in Chile und anschließend, nachdem das Fahrzeug in der Werkstatt war, Probleme, die vorher gar nicht da waren ...

Viele Grüße
Sabine
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 20.März 2021 20:49:01 »
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Tag 8 – Latacunga – Riobamba
Dünne Luft auf dem Vulkan 


Wir erzählen am Morgen natürlich gleich Pablo von den Vorkommnissen des Vorabends. Ich glaube, er denkt zuerst, wir würden ihn auf den Arm nehmen, sodass wir die Geschichte noch einmal eindrücklich wiederholen. Er übersetzt dann die ganze Geschichte für Manolo und beide schütteln nur mit dem Kopf. Dann verschwindet Pablo in die Hacienda und bleibt eine ganze Weile dort. Als er zurückkommt, erzählt er uns, dass er sich beschwert hat, man aber absolut uneinsichtig war und mehr oder weniger meinte, wir sollten uns nicht so anstellen und überhaupt, wir seien doch einverstanden gewesen. Pablo will das Ganze auf alle Fälle der Agentur melden. Wir möchten uns nicht weiter aufregen und die Reise wieder genießen.

So setzen wir unsere Fahrt Richtung Parque Nacional Cotopaxi fort, dessen Namensgeber der noch aktive Vulkan Cotopaxi (5.897 Meter) ist. Der Parque liegt nicht sonderlich weit entfernt von der Filmlocation der letzten Nacht. Der Weg im Park gleicht mal wieder einer Rüttelpiste und das letzte Stück bis zum Parkplatz ist übersät von ziemlich großen Löchern; nichtsdestotrotz ist die Straße hier in einem besseren Zustand als die Zufahrt zum „El Angel“. Aber auch im Parque Nacional Cotopaxi sollte man besser mit einem Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit unterwegs sein.

Auf dem Weg zum Parkplatz passieren wir auf einer Höhe von 3.870 Metern die Laguna Limpiopungo, wo wir auf dem Rückweg noch einmal halten werden. Zuerst soll es soweit hoch wie möglich auf den Vulkan gehen, denn der Cotopaxi zeigt sich zwar nicht ganz wolkenfrei, gibt jedoch immer wieder die Sicht auf ihn ein gutes Stück frei. Das möchten wir selbstverständlich ausnutzen, zumal die Wettervorhersage für später am Tag eine Verschlechterung des Wetters meldet.

Wir fahren bis zum Parkplatz am Ende des noch befahrbaren Weges. Dieser liegt nun schon auf 4.600 Metern, ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Es gibt keinen Weg, man muss sich den Pfad mehr oder weniger selbst suchen und das ist unglaublich anstrengend, denn unter den Füßen befindet sich fast überall nur Vulkanasche. So setze ich in dieser sehr sauerstoffarmen Höhe zwei Schritte vorwärts, um gleich darauf wieder einen zurück zu rutschen. Will man den Vulkan nicht ganz besteigen, kann man sich bis zum Refugio José-Rivas auf 4.800 Metern vorarbeiten. Aber selbst die Aussicht auf eine heiße Schokolade im Refugio kann mich nicht motivieren. Es ist unglaublich anstrengend, hier oben auf der Vulkanasche vorwärts zu kommen, eine Bergsteigerin werde ich wohl nicht mehr werden. Etwas mehr als 100 Höhenmeter schaffe ich, sehe auch das Refugio, mache viele Fotos vom Cotopaxi und den Gletschern, die seinen Vulkankegel umgeben, kapituliere dann aber angesichts des nicht vorhandenen Sauerstoffes, bin aber trotzdem stolz auf meine Leistung, weil mein Höhenmesser bereits die Marke von 4.700 Metern überschritten hat.

Kaum sitzen wir im Auto und fahren los, ziehen dunkle Wolken auf und der Cotopaxi wird sich den Rest des Tages vor uns verstecken. Es war die richtige Entscheidung, erst jetzt zu der Lagune Limpiopungo zu fahren. Auf der Lagune tummeln sich einige Wasservögel und wir machen eine kleine Wanderung, die hier unten unter 4.000 Metern gleich gar nicht mehr so anstrengend ist.

Eigentlich wollten wir am Nachmittag noch die Hacienda Tilipuli besuchen. Unsere Agentur hatte dazu einen Besuch vereinbart. Diesen sagen wir dann aber ab, als uns Pablo als Alternativprogramm eine Panoramafahrt auf der alten Panamericana Richtung unseres Übernachtungsstopps in Riobamba anbietet. So fahren wir auf einer sehr kurvigen Strecke, mal einen Berg hoch, um dann auf der anderen Seite wieder herunterzufahren, so geht es eine ganze Weile. Die Ausblicke auf die zerklüftete Szenerie in diesem Gebiet ist tatsächlich den Umweg wert. Wir nehmen jedoch den Unterschied zu den von uns bisher besuchten Ländern in Südamerika wahr. Ecuador ist in vielen Regionen, die wir besucht haben, sehr zersiedelt. Bis auf die Region um den El Angel sind wir niemals länger durch wirklich einsame Gebiete gefahren, wie wir das aus anderen südamerikanischen Ländern kennengelernt haben. Das Amazonasgebiet ist da sicher noch einmal eine andere Nummer.

Auf dieser Strecke gefällt uns ganz besonders der Streckenabschnitt am Fuße des sehr aktiven Stratovulkans Tungurahua (5.023 Meter). An seinen Flanken ziehen sich unglaublich viele Lavaströme entlang, weiter unten am Fuße des Vulkans sehen wir unzählige Gewächshäuser. Einen besonders großen Ausbruch gab es zuletzt im Jahr 2008. Der Tungurahua sieht zwar einerseits wunderschön aus, strahlt aber gleichzeitig eine enorme Bedrohlichkeit auf uns aus. Die hier lebenden Menschen müssen ständig mit der Bedrohung eines weiteren verheerenden Ausbruchs leben. Ich kann mir das kaum vorstellen, wie es sein muss, tagein, tagaus diese Ungewissheit aushalten zu müssen.

Am späten Nachmittag erreichen wir Riobamba, wo wir für eine Nacht die Hosteria La Abraspungo gebucht haben. Das Zimmer ist okay, das Bad wirkt sehr neu und die Außenanlage gefällt uns sehr gut. Nach einem sehr guten Essen inklusive einer wie immer leckeren Kartoffelsuppe als Vorspeise gehen wir früh schlafen, denn der Wecker wird bereits um 04:00 Uhr klingeln.
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beate2

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 21.März 2021 09:37:01 »
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Zitat von: S@bine am 20.März 2021 20:44:18
Wobei ich mich immer wieder wundere, dass ich doch wenig über Probleme mit Mietwagen in Südamerika lese,


Hallo Sabine,
ich hatte ja schon geschrieben, dass wir dort als Selbstfahrer unterwegs waren. Und wir hatten ein einwandfreies Auto, keinerlei Probleme. Das hat uns sogar problemlos durch fast 1/2 Meter tiefen Schlamm in einer Baustelle gebracht.  Oder auch auf fast 5000 m Höhe grin
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 21.März 2021 18:21:54 »
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Hallo Beate,

vielleicht schnappen wir Euch dann immer die Montagsautos weg ...  wink
Okay, wir hatten auch schon gute Wagen, aber leider auch weniger gute.

Viele Grüße
Sabine
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 21.März 2021 18:25:04 »
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Beim nachfolgenden Tag würde ich mich Eure Meinung zur Bahnfahrt interessieren, wenn Ihr sie schon gemacht habt. Denn ich habe auch schon eine andere gehört, die die Bahnfahrt ganz anders empfanden als wir.


Tag 9 – Riobamba – Cuenca
Eine Kaffeefahrt kann ich auch zuhause machen


Wir sind recht müde, als der Wecker mitten in der Nacht klingelt. Im Hotel ist man auf die Gäste eingestellt, die hier übernachten und dann in aller Frühe mit dem Ziel Alausí losfahren. So können wir zumindest noch ausreichend frühstücken. Vor uns liegen zwei Stunden Fahrt, die uns durch ländliche Gebiete führen. Überall sind schon die Kleinbauern auf den Feldern. Sie bebauen diese noch mit reiner und sehr mühseliger Handarbeit. Unsere Welt mit großen Traktoren ist unendlich weit entfernt.

Um 8:00 Uhr wird unsere gebuchte Andenbahn Alausí verlassen und die bekannte Nariz del Diablo (Teufelsnase) befahren. Viel hatte ich im Vorfeld und in Fernsehdokumentation darüber gelesen und gesehen. Die Strecke ist zweifelsohne eine Meisterleistung der Ingenieure und der Menschen, die diese erbaut haben. Diese ist so steil, dass die Schmalspurbahn die Strecke nur im Zick-Zack-Kurs befahren kann und die Weichen am Berg mehrmals umgestellt werden müssen. Alles klang so interessant, dass ich diese Bahnfahrt als Pflichtprogramm für die Reise ansah. Die Bahnfahrt selbst finden wir zu Beginn noch recht interessant, das lässt aber dann ganz schnell nach. Von den Ausblicken haben wir uns definitiv mehr versprochen. Sind wir mittlerweile zu verwöhnt, frage ich mich manchmal.

Die 30-minütige Hinfahrt endet, bevor es dann die gleiche Strecke wieder zurück nach Alausí geht, an der 300 Meter tiefer gelegenen Bahnstation von Simbabe. Hier haben wir jetzt sage und schreibe 1 Stunde Aufenthalt. Die in- und ausländischen Touristen verlassen scharenweise den Zug, um direkt zu einem überdachten Bereich zu gehen, wo bereits eine Tanzgruppe alle erwartet. Unsere Stimmung ist im Keller, es ist dermaßen touristisch, eine Kaffeefahrt hätten wir auch zuhause unternehmen können. Decken kann man auch kaufen, leider jedoch ohne Heizfunktion. Wir stellen fest, dass sich eine Stunde enorm lang hinziehen kann … und sind unendlich froh, als wir dann die Rückfahrt antreten können.
Vielleicht sind wir eine Ausnahme, aber diese sogenannte Attraktion hätten wir uns definitiv sparen können, eine Foto-Aufnahme der Bahn von der gegenüberliegenden Straße hätte es vollkommen getan.

Der nächste obligatorische Stopp auf 3.100 Metern auf der Strecke Richtung Cuenca ist dann wesentlich interessanter: die Inkastätte Ingapirca. Dies ist die bedeutendste Ausgrabungsstätte der Canari und Inka in Ecuador. Wir schauen uns alles in Ruhe an und erkennen auch das eine oder andere Gesicht aus der zum Glück hinter uns liegenden Bahnfahrt wieder, aber insgesamt sind nicht so viele Touristen in dieser Ausgrabungsstätte unterwegs. Natürlich ist die Anlage für uns nicht so beeindruckend wie die, die ich bereits in Peru gesehen habe, aber einen Besichtigungsstopp auf der Strecke ist sie allemal wert.

Von hier sind es jetzt immer noch zwei Stunden Fahrt bis Cuenca, wo wir die nächsten zwei Nächte im Hotel Santa Lucia gebucht haben. Dieses sehr zentral gelegene Hotel befindet sich in einem alten Stadtpalast und verfügt über einen wunderschönen Patio, wo man im sehr guten Restaurant des Hotels essen kann.
Im 1. Stockwerk gibt es wunderschöne Ruhebereiche und einen mit alten Möbeln sehr geschmackvoll eingerichteten Raum, der auch sehr schöne Fotomotive hergibt.

Hier stellen wir fest, dass wir eindeutig an der falschen Stelle gespart haben. Wir hatten uns für die Standardkategorie entschieden. Das Zimmer ist zwar sauber, aber sowohl das Bad als auch das Zimmer selbst sind klein, schlicht und ohne irgendeinen besonderen Flair eingerichtet, den ich mir in solch einem Stadtpalast wünschen würde. Wir werfen einen Blick in eine der Suiten und ärgern uns, dass wir nicht gleich diese Kategorie gebucht haben. Wir fragen an, ob wir nicht umziehen können, aber leider sind die Suiten ausgebucht.
« Letzte Änderung: 21.März 2021 18:27:48 von S@bine » Moderator benachrichtigen   Gespeichert
Estaube

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 23.März 2021 19:37:06 »
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Hallo Sabine

La Nariz del Diablo.....nein das war uns zu touristisch und die Fahrt mit dem Auto sehr abwechslungsreich.
In Riobamba verbrachten wir die Nächte auch in der Hosterìa Abrasprungo. Vorher machten wir den reizenden Umweg zum Quilotoa Krater. Am Chimborazo sind wir von der Carrel Hütte zur Whymper Hütte hoch um dort eine Suppe zu essen....... bei gutem Wetter.
Unsere Wahl in Cuenca war super und wir können dieses B&B wärmstens empfehlen. La Casa Montalvo mitten in Cuenca. Dort besuchten wir Freunde und somit erlebten wir die Stadt von der schönsten Seite. Leider erleben unsere Freunde momentan nicht die schönste Seite von Ecuador mit Covid 19!
Jetzt bin ich auf die Fortsetzung gespannt!
Liebs Grüessli
Judith
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 23.März 2021 20:10:40 »
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Hallo Judith,

da habt ihr es richtig gemacht. Auch die Aussichten fanden wir jetzt nicht so spektakulär. Eine Bekannte hat diese Zugfahrt gemacht und fand sie toll. Bei einem Reisebericht im Namibia Forum war man auch sehr begeistert davon.

Chimborazo hat sich immer nur ein wenig blicken lassen, da hatte ich bei der Planung verzichten müssen. Unser Hotel in Cuenca fanden wir auch toll. Cuenca hat uns auch sonst sehr gut gefallen.

Schön, dass Du noch dabei bist, hab‘ mich schon gefragt, wer überhaupt noch mitliest.

Viele Grüße
Sabine
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adMjM

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 23.März 2021 21:11:38 »
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Liebe Sabine,

natürlich lese ich auch bei Dir weiter mit! Zum Glück gibt es ja die Möglichkeit sich per Email über neue Beiträge informieren zu lassen. Ich habe die Teufelnase nicht eingeplant, da ich mir dachte, dass so etwas nichts für uns ist. Werde durch Deinen Bericht bestätigt. Gerade habe ich mit Christian gesprochen, wann wir wohl unsere Reise nach Ecuador nachholen. Ich bin da skeptisch das dies bald sein wird. Zum Glück gibt es noch viele andere interessante Länder für uns. Und yippi, wir haben heute das Geld für die Tickets von KLM zurückbekommen, haben allerdings auch erst vor einer Woche den Antrag online ausgefüllt.
Bin gespannt was Ihr in Cuenca erlebt habt und natürlich auf Galápagos. Viele Grüße Elisabeth
"Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
« Letzte Änderung: 23.März 2021 21:12:01 von adMjM » Moderator benachrichtigen   Gespeichert
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« Antwort #20 am: 25.März 2021 15:00:03 »
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Liebe Elisabeth,

prima, dass KLM Euch das Geld so schnell zurückerstattet hat.
Ich hoffe, Deine E-Mail Benachrichtigung funktioniert weiterhin, denn gleich geht es weiter.

Ich freue mich immer sehr, wenn zwischendurch auch immer wieder Kommentare und/oder Fragen kommen. Da weiß ich, ich schreibe nicht nur für mich.

Bis Galápagos sind es nur ganz wenige Tage ...

Viele Grüße
Sabine
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