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News: Like auf facebook: Ingrids-Welt - Die Reisecommunity

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  16.Juni 2021 21:45:56

Seiten: [1] 2 3 4 Antwort Überwachen Senden Sie dieses Thema Drucken
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 Thema: Der Evolutionstheorie auf der Spur  (Gelesen 4936 mal)
S@bine

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Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 20.Februar 2021 18:23:27 »
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Hallo zusammen,

ich dachte, ich belebe mal wieder den Südamerika Bereich mit einem Reisebericht.

Beate, leider nicht Bolivien, vielleicht später.
Ich hatte gerade Lust, Erinnerungen unserer Ecuador Reise niederzuschreiben bzw. damit zu beginnen.

Leider kann ich nicht sagen, ob ich schnell poste oder ob es dauert. Ich muss mir einfach die Zeit nehmen, die ich brauche.

Auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn ich Euch mitnehmen kann, besonders in dieser Zeit, in der wir nicht reisen können.

Über Kommentare etc. freue ich mich - natürlich auch "zwischendurch", da ich zurzeit nicht absehen kann, wann es immer weiter gehen wird.

Vielen Grüße
Sabine

Ergänzung: Eins hat sich auf alle Fälle nicht geändert, es wird auch diesmal keine Fotos geben  wink

« Letzte Änderung: 20.Februar 2021 18:43:18 von S@bine » Moderator benachrichtigen   Gespeichert
S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 20.Februar 2021 18:38:32 »
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Prolog

Ich mag keine Kreuzfahrten, zumindest nicht auf diesen riesigen Schiffen mit Passagierzahlen, die mehrere Hundert oder gar Tausend(e) umfassen.

Es ist einfach nicht meine Art des Reisens. Wir haben einmal in Buenos Aires gesehen, wie Passagiere ein Schiff zum Landgang verließen und in gut mehr als 20 Busse verfrachtet wurden. Ich stand nur da und sagte mir, das ist wirklich nichts für mich.

Darüber hinaus gibt es leider noch einen weiteren Grund, der, auch wäre er nicht da, mich trotz allem nicht dazu bewegen könnte, meine Urlaubszeit auf so einem großen Dampfer zu verbringen. Es ist eine ausgeprägte Seekrankheit, gegen die auch nicht alle möglichen Mittelchen helfen, geschweige denn, dass ich mich nach mehreren Tagen daran gewöhnen würde, keinen festen Boden unter den Füßen zu haben.

Ich mag keine Kreuzfahrten auf diesen riesigen Schiffen – ich glaube, das erwähnte ich bereits – aber bei kleineren, und ich hoffe umweltfreundlicheren, die einem die Schönheit unserer Erde zugänglich machen, sehe ich es etwas anders. Ob dies letztendlich so ist oder nur Wunschdenken, ich weiß es nicht.

Es gibt aber die eine oder andere Destination, die man mit kleinen Schiffen mit gut ausgebildeten Guides und Wissenschaftlern an Bord nebst zugehörigen bildenden Fachvorträgen einfach am besten bereisen kann.

Dazu gehört für mich unter anderem die Antarktis. Oft nennen sich Schiffe, die diese Region mit Touristen befahren, Expeditionsschiff.
So habe ich auch vor einigen Jahren eine wundervolle Reise, begleitet durch hervorragende Wissenschaftler, u. a. einem Pinguinforscher, nach Südgeorgien und zur antarktischen Halbinsel gemacht. Daher weiß ich, dass ich auch selbst nach mehr als zwei Wochen die Seekrankheit nicht besiegen kann, so gerne ich auch möchte.
Bei einer dreitägigen Flußkreuzfahrt auf dem Chobe River im südlichen Afrika war es nicht ganz so schlimm mit der Übelkeit, aber trotz Pflaster war Mr. Seasick spürbar da und hing mir quasi immer im Nacken.

Nun gab es schon seit vielen Jahren noch eine weitere Destination, die ich einfach zu gerne sehen wollte: die Galapagos Inseln.
Also musste ich noch einmal meinen Kampf mit Mr. Seasick aufnehmen.

Im Zuge der Reiseplanung habe ich mich ausgiebig damit auseinandergesetzt, ob wir uns auf den Inseln eine feste Unterkunft suchen sollten und von dort dann jeweils Tagesausflüge – meist mit Boot – machen oder doch gleich eine Kreuzfahrt buchen sollten. Wie zumeist, gab es Pros und Cons für beides.

Bei der ersten Variante wäre mir zum einen nicht die ganze Zeit - mal mehr, mal weniger - übel gewesen, zum anderen wäre es auch eine deutlich günstigere Angelegenheit geworden.

Für eine Kreuzfahrt sprach jedoch, dass man auch entferntere Ziele und Inseln ansteuern konnte und nicht den Großteil eines Tages mit Transferzeiten auf Land verbunden mit längeren Transfers in einem kleinen Boot verbringen musste, um dann nicht viel Zeit auf der zu besuchenden Insel zu haben. Außerdem hörte ich immer wieder, dass auf den Kreuzfahrtschiffen zumeist die besser ausgebildeten Guides beschäftigt werden.

Ein weiterer Grund wäre gewesen, wir hätten von einer zur anderen Standortinsel fliegen müssen, da eine Überfahrt mit den kleinen Transferbooten über das offene Meer wie von San Cristobal nach Santa Cruz nicht in Frage gekommen wäre.

Ins Grübeln kam ich auch, als ich immer mal wieder von doch etwas mehr oder weniger enttäuschten Touristen las, die Galapagos verbunden mit Tagestouren besucht hatten, jedoch bei nahezu allen, von denen ich las, die dies mit einem Kreuzfahrt- (oder Expeditions-) Schiff taten, hellauf begeistert waren.
So fiel dann die doch letztlich leichte Entscheidung, für ein paar Tage den festen Boden unter den Füßen aufzugeben und mich wieder in die schwankende Welt zu begeben.

Ob dies nun für uns die richtige Entscheidung war, werde ich im Laufe des Reiseberichtes auflösen.

Aber bevor wir die Inselwelt, auf der Charles Darwin die Grundlagen für seine Evolutionstheorie legte, betreten, wollten wir uns auch ein Teil des ecuadorianischen Festlandes, insbesondere das des Hochlandes, anschauen.

Ich reiste mit meinem Mann und stellte daher eine Reise zusammen, die auch berücksichtigte, dass bestimmte Regionen nicht von uns besucht werden konnten. Die Tage durften auch nicht zu vollgepackt sein.

Wir buchten dann einen Guide mit Wagen, der uns auf Festland Ecuador begleiten sollte. Insgesamt hatten wir 3 Wochen Zeit für die gesamte Reise.
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yvy

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 20.Februar 2021 18:39:00 »
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Ja bitte, los gehts!
Ich bin dabei...

LG yvy
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 20.Februar 2021 19:36:45 »
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Tag 1 - Anreise

Wir stehen nachts auf. Unser Flug wird bereits um 7:00 Uhr Frankfurt verlassen. Wir fliegen mit der KLM über Amsterdam nach Quito.
In Amsterdam ist die Hölle los, und wir kämpfen uns durch Menschenmassen, sogar die Business Class Lounge ist wegen Überfüllung geschlossen. Egal, wir haben ohnehin nicht viel Zeit und die Wege in Schiphol sind lang.

Wir fliegen Business Class und sind beide vom Service der KLM absolut begeistert. Nach 11,5 Stunden Flug landen wir dann am späten Nachmittag in Quito. Pünktlich werden wir von unserem Guide Pablo in Empfang genommen und stellen fest, er hat noch einen Fahrer dabei. Das Ganze wird sich im Laufe der Reise für uns als Vorteil entpuppen, da wir nicht immer wieder zum Auto zurücklaufen müssen, sondern wir an einer Stelle aussteigen können und später an einer anderen wieder einsteigen.
Außerdem ist der Wagen sehr geräumig und hätte Platz für 4 weitere Personen. Kostenloses Wasser ist ebenfalls für die Reise an Board.

Einige Zeit vor unserer Abreise erhielten wir von unserer Agentur die Anfrage, ob wir – ohne Aufpreis – in das vor einem Jahr eröffnete Boutiquehotel Illa Experience (10 Zimmer) umbuchen möchten. Da das Illa sehr zentral liegt, wie auch das von uns ursprünglich gebuchte, und die Recherche ergab, dass die Umbuchung keinesfalls ein Fehler ist, lautet die Antwort: Na klar, wollen wir.

So langsam, nachdem man sich schon so mit dem Schiff ins Zeug gelegt hat, aber dazu später im Bericht mehr, regt sich bei mir ein Verdacht: Im letzten Jahr hatten wir über die gleiche Agentur die Bolivien Reise gebucht und da gab es zwischendurch ein paar Beschwerden von uns, die dann zwar alle zügig behoben wurden, aber scheinbar wollte man es dieses Mal besonders gut machen. Dies ist gelungen.

Das Boutiquehotel Illa Experience ist super!

Wir fallen müde ins Bett, vielleicht macht das nicht nur der Flug und die kurze Nacht zuvor, sondern auch die Höhenluft in Quito, das auf ca. 2.800 Metern liegt.
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beate2

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 20.Februar 2021 20:13:20 »
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Hallo Sabine,
da bin ich natürlich auch dabei und bin neugierig, wie es Euch ergangen ist. Wir gehören ja zu denjenigen, die Galapagos auf eigene Faust und mit Tagestouren "erobert" haben. (Genau wegen meiner Seekrankheit) Und wir waren absolut nicht enttäuscht, im Gegenteil.
Und ich bin natürlich auch gespannt, was Ihr Euch von Ecuador noch angeschaut habt? Wir waren damals mit dem Mietwagen unterwegs, was schon ein ganz besonderes Abenteuer war.
Also warte ich mal ab, was Du alles zu berichten hast.


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trinity

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 21.Februar 2021 19:28:05 »
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Hallo Sabine,

ich weiß gar nicht ob wir früher schonmal geschrieben hatten, aber so oder so: da ich es bisher leider noch nicht nach Südamerika geschafft habe, bin ich sehr gerne dabei  cheesy

Bin gespannt: schönen Sonntag und viele liebe Grüße
Trinity  cheesy
LGTrinity
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 21.Februar 2021 19:57:43 »
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Tag 2 - Quito

Wir müssen (und wollen) es ruhig angehen lassen. Außerdem wollen wir uns langsam auf der Höhe von 2.850 Metern akklimatisieren, sodass wir für heute auch kein Programm mit Guide gebucht haben. Für heute wollen wir uns einfach ein bisschen durch die Stadt treiben lassen. Einfach wieder fühlen, dass wir in Südamerika sind.

Nach einem gemütlichen Frühstück gehen wir los und erobern alleine das Zentrum Quitos. Das Stadtbild wird von vielen Indigenen des Hochlandes sowie kolonialen Prachtbauten geprägt. Oft habe ich schon gehört, dass Quito für viele als eine der schönsten Städte Südamerikas gilt. Auch uns gefällt Quito ziemlich gut und es wundert uns nicht, dass die UNESCO die Altstadt als Weltkulturerbe ausgezeichnet hat.

Da wir morgen noch eine Stadttour mit Guide haben werden, aber dann am Sonntag die eine oder andere Kirche nicht besichtigt werden kann, habe ich mir im Vorfeld schon einmal rausgesucht, welche wir uns unbedingt heute anschauen müssen.

So besichtigen wir zuerst die Iglesia de la Compania de Jesus. Tatsächlich wird hier sogar Eintritt genommen (USD 5). Innen erschlägt uns fast die Pracht und das Gold. Die Kirche des Jesuitenordens wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut. Als Vorbild diente für diesen Nachbau San Ignacio in Rom. Die Iglesia de la Compania gilt als die prächtigste Kirche Quitos, machen meinen sogar, es sei die prächtigste in ganz Südamerika. Wir können uns hier nur anschließen. Wir haben schon die eine oder andere Kirche in Südamerika besucht, aber diese hier ist die prächtigste, die wir bisher gesehen haben. Im Inneren wurden Unmengen Blattgold verwendet und unzählige Gemälde und Skulpturen kann man entdecken. Wenn man genau hinschaut, stellt man fest, dass sich nicht nur spanische Elemente in der Kirche befinden, sondern auch eine Darstellung der Sonne eines indigenen Stammes.

Wir schlendern noch einige Zeit durch die Straßen des historischen Zentrums, genießen die Eindrücke, verweilen ausgiebig auf dem Plaza de la Independencia, an der auch der Regierungspalast liegt, bewundern die Uniformen der Regierungswachen und schauen uns immer mal wieder eine Kirche von innen an. Selbst wenn eine Kirche von außen einmal unscheinbar wirkt, innen ist beinahe jede dermaßen prächtig ausgestattet, dass wir uns fragen, wieviel Reichtum hier vorhanden sein muss.

Auch wenn dies jetzt nichts mit dem überbordend dargestellten Reichtum in Form von Blattgold und sonstigen Gütern der Kirchen zu tun hat, kommt mir wieder in den Sinn, dass wir bereits schon gestern auf der Fahrt vom Flughafen den Eindruck gewonnen hatten, dass dieses Land nicht ganz so arm wirkt wie die beiden Nachbarn Peru und Bolivien, die ich von früheren Reisen kannte.

Vielleicht liegt es daran, dass Samstag ist, vielleicht aber auch nicht … an vielen Stellen sehen wir Straßenkünstler, die oft ein ganz anderes Programm darbieten als das, was wir von zuhause kennen. Immer mal wieder verweilen wir daher an der einen oder anderen Straßenecke und schauen einfach nur zu, was gerade dargeboten wird.

So langsam kehren wir dann in unser Hotel zurück und wollen in dem hochgepriesenen Restaurant des Hotels essen. Das Hotel hatte am Morgen Instandhaltungsarbeiten verrichtet, bei denen auch einmal ganz kurz ein Alarm ausgelöst wurde. Wir hatten das Ganze kaum wahrgenommen und uns in keiner Weise gestört gefühlt, umso erstaunter waren wir, als wir kurz darauf ein Schreiben des Hotels erhielten, in dem man sich dafür entschuldigte und uns als Wiedergutmachung zu einem Essen im Hotelrestaurant einlud.
Das war uns bisher auch noch nicht passiert, für so eine Kleinigkeit solch eine Gegenleistung von einem Hotel zu erhalten.
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doro

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 22.Februar 2021 23:01:10 »
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Hallo, Sabine,

in Ecuador waren wir noch nicht.
Aber in Peru z.B. ist uns die Pracht in den Kirchen auch aufgefallen, auch die Heiligenfiguren oder gar Jesus.
In Lima erklärte der örtliche Reiseleiter, dass ein Jesus nur mit Lendenschurz am Kreuz, wie meist in Europa, nicht akzeptiert würde in Südamerika, daher die prachtvollen Gewänder.

Interessant finde ich , dass es in der Kirche in Quito eine Darstellung eines indigenen Stammes gab. Das hat mich an die Kirche in Hanga Roa erinnert, Maria mit dem Vogelmann auf dem Kopf.

Bin gespannt, wie es weitergeht.

LG Doro

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beate2

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 23.Februar 2021 10:19:45 »
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Hallo Sabine,
ich lese gerade, dass Ihr fürs Festland einen Fahrer gebucht habt. Da bin ich jetzt auf Eure Erfahrungen gespannt.
Wir sind ja 3 Wochen als Selbstfahrer dort unterwegs gewesen. Und die Fahrweise der Ecuadorianer war das Schlimmste, was wir jemals erlebt haben. Ich war hinterher noch froh, dass wir selber gefahren sind, so konnten wir wenigstens bremsen, wenn es gefährlich wurde. Zweimal mussten wir sogar von der Strasse runter, um einen grösseren Unfall zu vermeiden. Wenn da ein Fahrer einfach weitergefahren wäre, wie es die Einheimischen machen, dann wäre das schlimm ausgegangen. Ich hatte immer den Eindruck, deren Autos haben keine Bremsen.


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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 23.Februar 2021 19:49:40 »
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Hallo yvy, Beate, trinity, Doro,

freut mich sehr, dass Ihr dabei seid!
Ich habe noch einen weiteren Tag geschafft, den werde ich gleich posten.

@Beate:
Die Fahrweise war für uns ein Grund, warum wir uns für einen Fahrer und gegen Selbstfahrer entschieden haben. Wir wollten uns diesen Stress nicht antun. Ich weiß, Du fühlst Dich besser, wenn Ihr selbst fahrt - bei diesem Fahrstil ist es für uns genau anders herum. Unser Fahrer wollte wohl am Anfang einmal testen, wie weit er gehen konnte. Er hat zu einem in unseren Augen riskanten Überholmanöver angesetzt, wir haben gleich sehr bestimmt ein Veto eingelegt und dargelegt, dass wir so nicht durch Ecuador fahren wollen. Danach war sein Fahrstil einwandfrei.

Allerdings empfanden wir die Fahrweise generell schon hin und wieder heftig, heftig genug, dass wir dort immer noch nicht selbst fahren wollen würden. Andere empfinden das möglicherweise anders.
Jedoch muss ich Dir sagen, die Ecuadorianer glichen für uns Engelchen hinter dem Steuer gegenüber den Bolivianern. Da waren wir mehr als einmal sprachlos, hinzu kamen dort noch sehr, sehr viele Fahrzeuge, die alles andere als auch nur ansatzweise verkehrssicher auf uns wirkten.


@trinity:
Wir hatten sogar einmal recht intensiven Austausch. Ich weiß nicht mehr, um welche Planung es von Dir ging, meine aber, Du warst noch nicht allzu lange hier dabei.


@Doro:
Ah, interessant die Erklärung Eures Reiseleiters. Die Kirche in Hanga Roa haben wir leider nicht besucht.

Viele Grüße
Sabine
« Letzte Änderung: 23.Februar 2021 20:12:30 von S@bine » Moderator benachrichtigen   Gespeichert
S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 23.Februar 2021 19:53:30 »
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Tag 3 – Quito und (eine?) Äquatorlinie

Nach einem gemütlichen und leckeren Frühstück werden wir um 8:30 Uhr von unserem Guide Pablo und unserem Fahrer Manolo abgeholt.
Unser erstes Ziel führt uns auf den Panecillo. Der Stadthügel wurde auf dem ehemaligen Sonnentempel der Inka errichtet. Aus Sicherheitsgründen wird davon abgeraten, den Weg zum Panecillo zu Fuß zurückzulegen. Es gab wohl schon den einen oder anderen Überfall. Wobei es ohnehin steil hinauf ausschaut und auf dieser Höhe wird aus steil ganz schnell sehr steil.

So fahren wir mit dem Auto auf eine Höhe von 3.100 Meter mit umwerfendem Blick auf Quito und die am Horizont liegenden Vulkane. Dort oben auf dem Panecillo befindet sich eine Marienstatue, deren Sockel eine Schlange darstellen soll. Ich kann mich anstrengen, wie ich will, für mich sieht diese Schlange aus wie ein Drache oder ein Krokodil oder eine Mischung aus beidem. Das Tier- oder Fabelwesenmysterium werde ich für mich nicht mehr auflösen. Mein Mann scheint da mehr Fantasie zu haben, er erkennt eine Schlange.

Die Aussicht vom Panecillo ist auf jeden Fall grandios, man sieht von oben auf die Altstadt und kann sehr gut erkennen, wie die Stadt schachbrettartig angelegt wurde. Gekrönt wird das Ganze mit drei Vulkanen im Hintergrund: Cayambe (5.790 Meter), Antisana (5.704 Meter) und Cotopaxi (5.897 Meter). Wir haben Traumwetter erwischt. Pablo sagt uns, dass man ganz selten das Glück hat, diese drei Vulkane gleichzeitig zu sehen. Wir genießen noch ein wenig von diesem traumhaften Panorama und schlendern im Anschluss ein wenig auf dem Panecillo umher, bevor wir dann ins Auto steigen und Richtung Quitos Altstadt fahren.

Mit Pablo sehen wir heute noch viele Ecken, die uns gestern nicht angeschaut haben, unter anderem die für Quito so bekannte Calle Ronda. Außerdem besuchen wir noch zwei Kirchen, die zu dahinterliegenden Klöstern gehören, in denen heute immer noch Nonnen leben, die keinerlei Kontakt zur Außenwelt haben. Für uns ist dies irgendwie schwierig vorstellbar, dass es dieses Lebenskonzept heutzutage noch gibt.

Besonders faszinierend finden wir das Stadtmuseum, das sich in einem wunderschönen, kolonialen Gebäude mit Blumen geschmücktem Patio innerhalb der Altstadt befindet. Drinnen erfahren wir, dass dieses Gebäude mehr als 400 Jahre als Krankenhaus diente. Die Ausstellung mit Instrumenten, Betten und allerlei anderen Dingen, die an die Jahrhunderte erinnern, in denen Menschen gegen Krankheiten kämpften, ist ausgesprochen interessant und manchmal auch ein wenig gruselig.

Wir besuchen noch die Plaza San Francisco und die Plaza Santo Domingo und genießen das quirlige Leben, wo es uns heute die Stände der Straßenverkäufer besonders angetan haben. Dann fährt auch schon Manolo wieder vor, wir steigen ins Auto und setzen unsere Fahrt Richtung Norden durch die Neustadt mit modernen (Hoch-)häusern fort. Die Nord-Süd-Ausdehnung von Quito ist gewaltig. 70 Kilometer muss man zurücklegen, will man von einem Ende zum anderen gelangen. In Quito selbst leben 3 Millionen Menschen, in ganz Ecuador 14 Millionen.

Bereits schon auf dieser Fahrt stellen wir fest, dass wir hier nicht selbst hätten Auto fahren wollen. So lassen wir uns kutschieren, sind nicht gestresst und können die Ausblicke genießen und dem Fahrstil entspannt, manchmal ein wenig kopfschüttelnd, zuschauen.

Unser Ziel ist die Äquatorlinie, genau genommen, eine davon. Wie wir heute und auch später auf der Reise noch erfahren werden, gibt es in Ecuador mehrere davon. Alles eine Frage der Vermessung …

Das Museo de Sitio Intiñan soll „in etwa“ lt. Pablo auf der Äquatorlinie liegen. Auf alle Fälle ist es ausgesprochen informativ und man kann tatsächlich die eine oder andere Übung selbst machen, um zu sehen, wie sich hier die Kräfte verhalten. Wasser läuft ziemlich direkt auf der „in etwa“-Linie ab. Gar nicht weit davon entfernt sehen wir, wie das Wasser auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn abläuft. Klar, haben wir das schon auf Reisen gesehen, aber hier nur wenige Meter voneinander entfernt, all dies nahezu gleichzeitig zu beobachten, finden wir schon beeindruckend.
Wir versuchen auch, ein Ei auf einen Nagel zu stellen, uns gelingt es jedoch nicht … dabei sah es recht einfach aus, als man es uns vorführte. Da müssen wir wohl noch üben.

Nicht weit vom Museum, ca. 200 bis 300 Meter, befindet sich das Mitad del Mundo, ein großer Bau, wo man noch bis vor einigen Jahren annahm, dass sich hier die Äquatorlinie befindet. Na ja, man hatte sich nur geringfügig vermessen und so wurde das Museo de Sitio Intiñan ins Leben gerufen - und auf die Äquatorlinie gesetzt.

Nach gut einer Stunde Fahrtzeit zurück ins Hotel, mache ich noch ein paar Fotos vom Hotel. Besonders angetan haben es mir die Gemälde, die besonders im obersten Stockwerk ausgestellt sind. Sie wirken farbenfroh, zugleich modern und stellen zumeist das ländliche Leben in Ecuador dar. Da der Patio des Hotels lichtdurchflutet ist, was in diesen Höhen für mich noch ein wenig eindrucksvoller ist, kommen die Bilder ganz besonders gut zur Geltung.

Wir sind froh, dass wir beim Angebot umzubuchen, zugeschlagen haben. Das Hotel gefällt uns ausgesprochen gut und das Personal ist unglaublich zuvorkommend. Allerdings habe ich vor noch nicht allzu langer Zeit gesehen, wie hoch die Preise sind, die jetzt für das Hotel aufgerufen werden. Ich denke, hätten wir das zahlen müssen, wären wir wohl beim Patio Andaluz geblieben.

Wir lassen den Tag gemütlich bei einem Abendessen ausklingen.
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 26.Februar 2021 14:06:36 »
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Ich hoffe, es liest noch jemand mit ...  wink

Tag 4 – Quito - Otavalo

Heute verlassen wir Quito. Unser Tagesziel heißt Otavalo. Bevor wir dort jedoch ankommen, stehen noch ein paar Stopps an.

Zuerst halten wir am Bosque Protector Jerusalem. In dieser äußerst trockenen Gegend gibt eine einzigartige Vegetation mit Akazien, an denen außerordentlich viele Flechten hängen. Soweit ich weiß, ist dies ein Zeichen für saubere Luft. Zudem leben in diesem geschützten Bereich sehr viele Vögel und der Riesenkolibri. Wir laufen für ca. 1 Stunde umher, können auch den einen oder anderen Vogel erspähen, sehen viele interessante Pflanzen, der Riesenkolibri bleibt uns jedoch verwehrt.

Unser nächstes Ziel ist der Kratersee Cuicocha (Meerschweinchen-See). In diesem Kratersee, unter dem es immer noch brodelt, gibt es kein Leben. Er liegt auf einer Höhe von 3.070 Metern und ist 170 Meter tief. Der See ist herrlich gelegen, mittendrin befinden sich zwei Inseln, die Isla Teodoro Wolf und die Isla Yerovi. Wer Lust und Laune hat, kann den Kratersee auf einem 12 Kilometer langen Pfad umrunden. Wir gehen ein ganzes Stück den See entlang, drehen dann aber wieder um. Die ganze Umrundung ist uns zu weit. Wir konnten auch bereits schon auf diesem Stück viele Perspektiven des Sees fotografisch einfangen und die Umgebung genießen. Uns gefällt hier auch ziemlich gut, dass nicht allzu viele Menschen unterwegs sind, uns begegnen zwar einige wenige Personen auf dem Pfad rund um den See, aber Überlaufen ist hier nichts. Sicherlich war gestern am Sonntag wesentlich mehr los.

Der Ort Cotacachi ist bekannt für seine Lederwarenherstellung. Zahlreiche Geschäfte säumen die Straßen mit ihren Auslagen. Wir finden es hier jetzt nicht so spannend (Shopping zählt auch nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen), sehen zwar keine großen Busladungen mit Touristen, aber irgendwie drängt sich uns der Eindruck auf, das Zentrum des Ortes ist für Hardcore-Lederwarenshopping herausgeputzt. Weitaus interessanter finden wir da das Café, in das uns Pablo führt. Wir suchen uns einen Tisch und essen super leckere Blueberry-Muffins, bevor wir unsere Fahrt zu unserer Unterkunft für die nächsten 3 Nächte antreten.

Wir wohnen in der Hacienda Pinsaqui. Diese Hacienda existiert bereits seit 400 Jahren und hat auch schon den einen oder anderen Rückschlag erfahren müssen, wie ein Erdbeben Mitte des 19. Jahrhunderts, das viele Gebäude beschädigte oder gar ganz zerstörte. Daraufhin wurde alles wieder nach altem Vorbild aufgebaut. Einer der berühmten Gäste auf der Hacienda war der Freiheitskämpfer Simon Bolivar, der aus dem heutigen Venezuela stammte. Simon Bolivar begegnet einem nahezu überall auf dem südamerikanischen Kontinent, sei es durch Statuen, Namen wie Bolivien, die Währung Venezuelas, der Bolivar, oder in irgendeiner anderen Form. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich eine interessante Verfilmung seines Lebens gesehen. Wer sich für die Geschichte Südamerikas interessiert und gepaart mit Unterhaltung etwas dazulernen mag, dem sei dieser Film empfohlen.

Der Großvater des jetzigen Besitzers der Hacienda Pinsaqui war Botschafter in Mexiko, wo er unter anderem auch Frida Kahlo traf. Von dieser Begegnung hängt eine Fotografie in den Hallen der altehrwürdigen Hacienda. Überhaupt kann man eine ganze Weile durch die Gebäude schlendern und immer wieder sehr interessante Entdeckungen machen. Besonders die vielen Fotografien finde ich spannend. Der Garten ist voll von alten Baumbeständen und im vorderen Bereich befindet sich eine wunderschöne Allee. Zur Hacienda gehört – nicht ungewöhnlich – eine alte Kapelle. Pferdefreunde kommen auch auf ihre Kosten. Im Garten laufen die Pferde der Hacienda frei herum.

Wir beziehen unser Zimmer, das Bad scheint recht neu zu sein, alles ist sehr sauber, aber eher einfach. In unserem Zimmer, obwohl recht groß, steht nur ein Schaukelstuhl, aber kein Stuhl. Nachdem ich frage, ob wir noch einen Stuhl bekommen könnten, werden gleich zwei gebracht. Die Frage, ob wir auch noch einen Tisch möchten, beantworte ich mit: „Oh ja, sehr gerne, wenn es nicht zu viele Mühen macht“. Mein Mann verdreht schon die Augen und fragt mich später, ob wir nicht gleich den ganzen Hausstand ins Zimmer holen wollen …

Für den Abend, da es doch recht frisch werden kann in dieser Höhe, wird uns angeboten, den Kamin anzuzünden oder uns Wärmflaschen ins Bett zu legen. Da wir befürchten, dass der Rauch des Kamins zusätzlich Sauerstoff nehmen wird, entscheiden wir uns für die Wärmflaschen, und ich erweitere gleich meinen spanischen Wortschatz mit dieser Vokabel. Zusätzlich erhalten wir noch einen elektrischen Heizkörper, soviel Thema, den ganzen Hausstand umziehen …

Das Essen im Restaurant ist gut, die Portionen groß und der Preis angemessen. Das Personal ist dermaßen freundlich und hilfsbereit in der Hacienda Pinsaqui, wir sind begeistert.

Am Abend werden wir noch vom Manager eingeladen. Er hat eine Band organisiert, diese spielt im Weinkeller. Hier gibt es noch ein paar kleine Snacks und wir lassen den Tag bei ecuadorianischer Musik ausklingen.
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Bärbel

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 26.Februar 2021 14:55:36 »
Antwort mit Zitat nach oben
Ich lese gerne mit, auch wenn ich in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht nach Südamerika reisen werde...

Bärbel
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doro

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 26.Februar 2021 16:22:49 »
Antwort mit Zitat nach oben
Die Vulkane interessieren mich besonders.
Die ganze Kette geht ja vom Norden Amerikas bis ganz runter zum Süden. Vom Flugzeug aus wirkt das auch klasse !

Noch zwei Fragen, Sabine.
Ist die Musik Ecuadors ähnlich wie in Peru? So á la Los Incas?  wink
Und - habt Ihr Meerschweinchen auch gegessen?

Gruß Doro
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 27.Februar 2021 19:30:49 »
Antwort mit Zitat nach oben
Hallo Bärbel,

schön, dass Du dabei bist  smiley



Hallo Doro,

ich finde Vulkane auch super spannend und in ganz Amerika (von Alaska bis Feuerland) gibt es ja reichlich davon.

Ob die Musik ähnlich ist - gute Frage. Ich weiß es nicht genau, aber es hatte halt diesen typischen Klang mit ähnlichen Instrumenten, wie wir sie auch in Peru gehört haben.

Meerschweinchen haben wir nicht gegessen, weder in Ecuador, noch in Peru oder Bolivien. Möchte ich auch nicht, solange ich nicht am Verhungern bin. In Peru hat es meine Freundin mal probiert, sie meinte, es schmeckt leicht nach Hähnchen. Die Kulinarik-Hauptstadt für Cuy in Ecuador ist Cuenca. Interessant fand ich auch zu erfahren, dass Meerschweinchen nur im Hochland und überhaupt gar nicht im Tiefland Ecuadors gegessen wird.

Viele Grüße
Sabine
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beate2

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 27.Februar 2021 21:20:22 »
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Ha, wir mussten natürlich in Cuenca mal Meerschweinchen probieren. Wir fragten an der Rezeption unseres Hotels, welches Restaurant sie empfehlen könnten. Und waren ganz erstaunt über die Freude der Angestellten über unsere Frage.
Und uns hat das Meerschweinchen gut geschmeckt. Es stimmt, es schmeckt ähnlich wie Hähnchen. Diese Meerschweinchen sind aber grösser als unsere Haustiere und extra dafür gezüchtet. Und warum soll man sie nicht essen, wir essen ja auch Hähnchen, oder Hasen, Kaninchen, ja sogar "Kinder" von Kühen, also Kalbfleisch.
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doro

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 27.Februar 2021 22:42:00 »
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Hallo, Sabine,

Meerschweinchen sind in Südamerika ja keine 'pets', sondern eher Haustiere wie Hühner.
In der Kathedrale von Cusco hängt ein Bild vom Abendmahl - da ist ein cuy auf dem Teller.



Ich weiß nicht mehr genau, wo in Peru wir das gegessen hatten. Mein Mann hat sich geweigert, aber unsere mitreisenden Freunde und ich waren mutig.    grin 

Schmeckt ähnlich wie Huhn, das stimmt.  wink

Gruß Doro
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 28.Februar 2021 14:39:55 »
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Meine mich auch an das Gemälde erinnern zu können, Doro!

... ja, unser Fahrer hat es auch immer nicht geglaubt, als ich ihm sagte, Meerschweinchen sind bei uns Mascotas und wir haben in Peru auch gesehen, wie die Cuys in einem Gehege quasi direkt neben der Feuerstelle gehalten wurden. Die wurde in wahrsten Sinne des Wortes frisch zubereitet.

Viele Grüße
Sabine
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S@bine

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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 05.März 2021 14:37:03 »
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So, es geht weiter mit dem Bericht. Wie immer, freue mich über Rückmeldungen, sodass ich weiß, ich schreibe den Bericht nicht nur für mich …



Tag 5 – Reserva Ecológica El Angel

Dieser Tag sollte für mich der Höhepunkt auf unserer Tour durch Festland Ecuador werden. Ich schreibe explizit hier in der 1. Person Singular, da mein Mann heute in der Hacienda bleibt, sodass ich alleine mit Pablo und Manolo morgens zum „Der Engel“ losfahre.

Pablo sagt mir bereits morgens, dass es eher ungewöhnlich ist, dass sich Gäste dieses Ziel aussuchen und er das letzte Mal vor zwei Jahren dort war. Da er dieses Gebiet in Ecuador auch zu seinen Favoriten zählt, freut es ihn besonders, dass ich „El Angel“ auf der Tour eingeplant habe.

Als ich mich mit der Routenplanung für Ecuador beschäftigt habe, las ich hiervon, und ich wusste gleich, diese Destination ist gesetzt, auch wenn das Gebiet recht abgelegen liegt. Die Fahrt führt uns zuerst durch das subtropische Chota-Tal, bevor die Strecke mal merklich und dann wieder nur leicht ansteigt. Manolo muss immer mal wieder für mich anhalten, besonders angetan haben es mir die vielen Lupinenfelder. Diese Pflanze gehört zur Familie der Hülsenfrüchte und dank einigen Jahren Schullatein, erkenne ich den Wortstamm Lupus für Wolf. So entdecke ich zum wiederholten Mal, dass mir das früher nicht gerade liebgewonnene Deklinieren und Konjungieren (und wie auch immer) in dieser toten Sprache dann auch beim Reisen hilfreich sein kann. Nichtsdestotrotz weiß ich aber trotzdem nicht, was der Wolf nun mit Lupinen zu tun hat. Egal, wir fahren weiter.

Die Straße in das Naturschutzgebiet „El Angel“ ist gerade auf den letzten 20 bis 30 Kilometern sehr schlecht. Auf jeden Fall sollte man mit einem Wagen, der über ausreichend Bodenfreiheit verfügt, unterwegs sein.

Für die Hinfahrt benötigen wir fast 3 Stunden, möglicherweise ist man mit ecuadorianischem Fahrstil etwas schneller am Ziel … aber ich bin im Urlaub und nicht auf der Flucht. Alleine auf den letzten 15 Kilometern sind wir 50 Minuten unterwegs, und ich finde, diese allerletzte Passage verdient den Namen Straße nicht wirklich.

Irgendwie hatte ich es erwartet und - zugegeben - eigentlich noch viel mehr erhofft, am Parkplatz am winzigen Rangerhäuschen sind wir die einzigen Besucher. Das gesamte Gebiet des Reserva Ecológica El Angel erstreckt sich auf einer Höhe zwischen etwa 3.500 und 4.700 Metern. Wir sind jetzt auf einer Höhe von +/- 3.800 Metern (lt. meinem zugegebenermaßen nicht professionellen Höhenmesser) angekommen und leichte Steigungen empfinde ich schon als recht anstrengend. Aber das ist einer der ganz großen Vorteile, wenn man individuell unterwegs ist, man kann sein Tempo selbst bestimmen. So machen sich Pablo und ich auf und laufen im Gebiet El Voladero ein paar Kilometer zu den gleichnamigen Lagunen. Die dünne Luft nehme ich nur hin und wieder wahr, insbesondere, wenn ich zu schnell gehe, aber das kommt selten vor. Zu oft bleibe ich stehen, fotografiere und genieße nur diese unglaublich schöne Landschaft, egal wohin man blickt, überall sieht man die Frailejones, die Mönchsgewächse. Die Frailejones können bis zu 5 Meter hoch werden. Mir wurde auch schon gesagt, bis zu 7 Metern – ich weiß jetzt nicht, was genau stimmt, auf jeden Fall können sie recht hoch werden. Sie stehen hier wahrscheinlich zu Millionen. Diese Gewächse kann man nur hier in einem winzig kleinen Gebiet auf dem Páramo in der Grenzregion von Ecuador und Kolumbien finden. An den Lagunas del Voladero angekommen kann ich von hier den Volcán Chiles (4.752 m) sehen. Dieser Vulkan liegt fast genau auf der Grenze von Ecuador und Kolumbien. Die Grenze Kolumbiens ist von hier nur 20 Kilometer entfernt. Pablo erzählt mir, dass der Volcán Chiles der aktivste in ganz Ecuador sei. Ich kannte diesen Vulkan bis zum heutigen Tag überhaupt nicht. Außerdem erfahre ich, dass er sich normalerweise auch die meiste Zeit in Dunst hüllt, sodass man ausgesprochenes Glück haben muss, um ihn sehen zu können. Umso mehr freue ich mich, dass ich heute dieses Glück habe.

Für Botaniker muss dieses Gebiet das Paradies sein. Nicht auszudenken, wenn sich jetzt noch ein Brillenbär in dieser unglaublich schönen Szenerie blicken lassen würde, aber ich befürchte, ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher … Der Ranger erzählt uns später, weil ich wissen will, wie hoch die Chancen sind, einen zu sehen, dass er den letzten Brillenbär vor 3 Monaten in einem anderen Areal des Reservas gesehen hat und das, obwohl er (Ranger) nahezu jeden Tag hier unterwegs sei.

Ich finde es hier im Reserva Ecológica El Angel, obwohl ich von Botanik nicht sonderlich viel Ahnung habe, einfach unglaublich schön. Es ist sehr erstaunlich, dass dieses Gebiet doch bei Touristen nicht sonderlich bekannt ist und so wenig besucht wird. Dies ist für mich der Beweis, dass man auch noch jenseits der xxx-Hotspots (und wie sie alle heißen) diese Gebiete finden kann. Soll ich eigentlich hiervon berichten und dazu beitragen, dass dieses Gebiet mehr Touristen anzieht? Dies ist/war schwierig für mich, aber ja ich habe mich dafür entschieden, ich konnte es so ursprünglich genießen und wie ich später vom Ranger erfahre, würde man sich über mehr Besucher*innen, die durch die Eintrittsgelder zum Erhalt dieses unglaublich schönen Flecken Erde beitragen, freuen.

Jetzt muss ich noch einmal kurz abschweifen, weil ich dazu immer mal wieder Tipps oder Fragen gelesen habe: Es gibt die eine oder andere Sehenswürdigkeit (oder Nationalparks etc.), wo es die Möglichkeit gibt, Eintrittskarten weiterzugeben, weil sie zum Beispiel nicht personalisiert sind. Ich finde es sehr schade, wenn man für eine Reise viel Geld ausgibt, dann aber, um einige Euros zu sparen, nicht das Eintrittsgeld aufbringt/aufbringen möchte, mit dem man zum Schutz der Gebiete, der Flora und Fauna, Erhalt und zur Erschaffung von Arbeitsplätzen beiträgt und das sehr oft in wesentlich ärmeren Ländern als dem unseren.

Zurück zum Reserva: Im Park wächst neben den Frailejones noch ein anderes, sehr interessantes Gewächs: der/das/die Polylepsis, der Papierbaum. Im Reserva soll es noch ein Areal „Bosque Polysepsis“ geben, wo man noch viel mehr von diesem Papierbaum sehen kann, aber selbst hier sind sie nicht zu übersehen. Dort, wo einmal kein Frailejones steht, steht er, der Papierbaum. Der Papierbaum, so vermutet man, kann bis zu 1.500 Jahre alt werden. Wie einige Wirbellose häutet sich auch der Papierbaum regelmäßig und wirft seine Rinde in Schichten ab. Damit schützt er sich unter anderem gegen Parasiten.

Am sehr späten Nachmittag bin ich wieder zurück in der Hacienda Pinsaqui, wo sich Pablo und Manolo bis zum nächsten Tag verabschieden. Das gefällt uns auch sehr gut, mein Mann und ich haben auf dieser Reise genug Freiräume, sodass wir – obwohl wir Pablo und Manolo sehr sympathisch finden – nicht immerzu mit beiden unsere Zeit verbringen müssen.

Nachdem wir uns verabschiedet haben, sprechen wir noch ein Paar an, das gerade an ihren Motorrädern, die das Kennzeichen Großbritanniens führen, zu Gange ist. Wir unterhalten uns eine ganze Weile, und sie erzählen uns, dass sie eine mehrmonatige Tour durch Südamerika machen und sich für heute Nacht die Hacienda Pinsaqui gönnen wollen.
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Re:Der Evolutionstheorie auf der Spur
« am: 05.März 2021 21:32:30 »
Antwort mit Zitat nach oben
Zitat von: S@bine am 23.Februar 2021 19:49:40
@trinity:
Wir hatten sogar einmal recht intensiven Austausch. Ich weiß nicht mehr, um welche Planung es von Dir ging, meine aber, Du warst noch nicht allzu lange hier dabei.


Dann war es vielleicht Hawaii  cheesy  das war meine erste größere Planung und ich glaub mein Einstieg hier  smiley

Ich bin bei Deinem Bericht noch mit dabei, leider arbeitsbedingt immer etwas zeitverzögert  rolleyes

Danke Dir für den interessanten Bericht und ein schönes Wochenende  cool
LGTrinity
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